die Wetteraussichten für den 1. August waren äusserst unklar. Trotzdem konnte man von einem Flugfenster ausgehen – so zwischen 10:00 und 13:00. So traf sich ein kleines Grüppchen tapferer Gleitschirmfans am Prodkamm. Zuerst auf der Terasse des Restaurants, dann drinnen, genoss man etwas zu trinken und die feine Zwetschgenwähe (die Stücke waren recht gross, und auch der Rahm dazu nicht wenig; der Teller ging schon fast als 1. August – Brunch durch). Der Himmel war immer noch wolkenverhangen, als die Spitzmeilnis sich zum Startplatz begaben. In nicht so weiter Ferne regnete es, man sah es am Himmel und merkte es am Kaltluftausfluss, der sich am Startplatz durch zügigen Wind bemerkbar machte.
Um mit der Wettersituation umzugehen, wurden verschiedene Strategien angewendet.
Strategie Nr. 1: den Mutigen gehört die Welt. Piloten, die diese Strategie verfolgen, schwingen sich in die Lüfte, wenn andere noch nicht mal den Schirm ausgepackt haben und noch die Windwerte auf dem Handy checken. Sie lassen sich von Klappern nicht abschrecken, sind dann aber vielleicht doch froh, wenns draussen über dem See wieder etwas ruhiger wird. Sie buchen es unter „Erfahrung“ ab.
Strategie Nr. 2: Ufi, Abi. Diese Piloten sehen ein, dass die Bedingungen für sie nicht passen und fahren mit der Bahn gratis wieder runter. Gerne kommen sie ein anderes Mal wieder an den Startplatz, um bei angenehmen Wind einen seidenweichen Start hinzulegen und dann in butterzarter Thermik aufzusteigen. Es sind demütige, weise Menschen.
Strategie Nr. 3: Geduld trägt Rosen. Dieser Typ Pilot hat die Erfahrung gemacht, dass Wetter auch besser werden kann. Er legt sich ins Gras und schaut, milde lächelnd, dem wilden Typ 1 in der Luft nach, wissend, dass seine eigene Zeit kommen wird. Wenn alle anderen schon lange den Startplatz verlassen haben und der Wind sich beruhigt hat, startet er zufrieden und gleitet sicher ins Tal.
Strategie Nr. 4: Mir macheds nomal. In diese Kategorie gehören ungeduldige Piloten, die nicht auf den für sie passenden Wind warten können und sich zu Fuss auf den Heimweg machen. Sie reden sich ein, sie könnten ja weiter unten auch noch starten. Auf der Hälfte der Strecke, sagen wir, auf der Prodalp, sehen sie plötzlich dass der Wind sich gelegt hat und einem angenehmen Abgleiter nichts mehr im Wege stehen würde (ausser, dass sie jetzt am falschen Ende der Seilbahn sind). Also sitzen sie nochmals aufs Bähnli und fahren wieder hoch, um ganz runter zu fliegen.
Fazit 1: Am Ende kamen alle auf ihre Kosten – die einen mit einer Extra-Portion Adrenalin, die anderen mit einer Extra-Portion Zwetschgenwähe. Fazit 2: Beim Gleitschirmfliegen gibt es viele Wege ins Tal. Die einen führen durch die Luft, die anderen über die Prodalp (manchmal sogar zweimal mit der Bahn). Hauptsache, am Ende landet man mit einem Lächeln.
Unten siehst Du eine Galerie des „1-August – Fliegens“, für einen Gleitschirmclub ganz untypisch: es gab an dem Anlass kein Foto eines Gleitschirms. Dafür Fotos von:
- einem Schwiizerfähnli – Windsack
- der berühmt-berüchtigen Zwetschgenwähe
- dem Wetter
- und einige der genannten Auf- und Abstiegsmöglichkeiten.






Der nächste Anlass unseres famosen Clubs findet in 3 Wochen statt: Am 22. oder 23. August (am besser fliegbaren Tag) treffen wir uns zur Clubmeisterschaft. Dort wirds dann nur zwei Strategien geben: 1. sicher fliegen; 2. gewinnen 🙂
Hebeds guet und bis bald!
